Der Crash im Rohstoff- und Minensektor beschleunigte sich letzte Woche. Gold-, Kupfer- und Junior-Minenaktien fielen ins Bodenlose, bis am Freitag der erwartete "Short Squeeze" einsetzte.
Der Ausverkauf bei den Edelmetallen hält an.
Gold (
GLD) fiel jetzt in 8 der 10 letzten Handelswochen zurück und schloss die Handelswoche erneut auf dem tiefsten Stand der letzten 5 Jahre ab (Wochenschlusskurs). Nach einem
Flash-Crash in der letzten Nacht auf Montag fand der Goldpreis zumindest im Bereich der 1.080 USD/Unze etwas Support (langfristige Unterstützungszone, 50% Retracement (Korrektur) des Bull Runs).
Der große Bruch der wichtigen
Goldpreis-Unterstützung bei rund 1.130-1.140 USD pro Feinunze ist nun aber erfolgt, was das charttechnische Bild kurz- bis mittelfristig natürlich erheblich verschlechtert hat.
Auch beim Silberpreis ging die Talfahrt weiter.
Silber (
SLV) verlor nun in 9 der 10 letzten Handelswochen und ging ebenfalls auf einem 5-Jahrestief (Wochenschlusskurs) aus dem Handel. Im Hinblick auf den massiven Goldpreis-Einbruch zeigte sich Silber die ganze Handelswoche über jedoch relativ stark und schloss die Woche auch als "Gewinner" unter den Rohstoffen ab, zumindest was die relativen Verluste angeht.
Erneut setzte sich der negative Hebel bei den
Minenaktien gnadenlos fort, da jetzt auch der Goldpreis unter das durchschnittliche
Gesamtkosten-Niveau (
All-in Costs) der
Goldproduzenten abgestürzt ist. Bei den
Gold- und Silberminen (
GDX,
SIL) gab es am Montag den größten Crash seit Herbst 2008 - und einer der größten Crash-Phasen aller Zeiten. Eine
Barrick Gold fiel um mehr als 15% an einem Tag zurück, das hat Seltenheitswert.
Die großen
Gold- und Silber-Minen-Indizes HUI und
XAU schlossen auf neuen 13-Jahrestiefständen die Handelswoche ab. Vor 13 Jahren notierten die Edelmetalle bei einem Bruchteil der heutigen Preise. So lag der Goldpreis 2002 z.B. bei unter 350 US-Dollar pro Feinunze.
Die mit Abstand größten Verluste auf Wochensicht gab es jedoch nicht einmal bei den
Goldminen, sondern bei den
Kupferminen. Das Kupferminen-ETF
COPX verlor auf Wochensicht rund 8%. Der zweitgrößte Kupfer-Produzent der Welt,
Freeport-McMoran, crashte um 20% in den letzten zwei Handelstagen. Der reine Wahnsinn.
Aktien der
großen Standard-Minenkonzern (
TXGM) wurden von der Talfahrt bei
Kupfer,
Kohle,
Eisenerz und anderen Metallen weiter stark belastet und fielen auf Wochensicht ebenfalls enorm zurück.
Doch nicht nur bei den
Metallpreisen ging es weiter abwärts. Der
Ölpreis fiel ebenso deutlich, was die
Ölaktien (
DJUSEN,
XLE) stärker unter Druck brachte.
Diesem Mega-Dilemma können sich die
kleineren Minenaktien natürlich nicht entziehen. Der
TSX-Venture und das
GDXJ-ETF fallen in der letzten Woche auf neue
Allzeit-Tiefstände.
Ein paar Einschätzungen zur aktuellen Lage beim
Goldpreis, den
Minen und vielen weiteren spannenden Themen finden Sie hier:
http://rohstoffaktien.blogspot.de/2015/07/aktueller-rohstoff-talk-goldpreis-crash.html
Quelle: bigcharts.com
Legende:
· GLD: SPDR Gold Trust ETF
· SLV: iShares Silver Trust
· COPX: Global X Copper Miners ETF
· GDX: Market Vectors Gold Miners ETF (HUI Comp. ETF)
· GDXJ: Market Vectors Junior Gold Miners ETF
· SIL: Global X Silver Miners ETF
· TXGM: S&P/TSX Global Mining Index
· DJUSEN: Dow Jones U.S. Oil & Gas Index